„ja, wenn du schläfst, rasier ich deinen hund und steck dir einen edding in den mund!“
Januar 4, 2008
Eben hab ich ihn gesehen. Ich bin im Auto an ihm vorbeigefahren. Am liebsten wäre ich ausgestiegen und hätte ihn angebrüllt, ihm irgendwie weh getan. Am Besten so, wie er mir weh getan hat. Aber das geht gar nicht. Heute war ich eigentlich auf ner Party eingeladen. Ich bleib zu Hause. Ich weiß, dass er auch da ist und ich will ihn nicht sehen. Vielleicht will ich ihn schon sehen, vielleicht will ich, dass einfach alles gut ist, aber das geht nicht und es wird nie wieder gut sein. Das ist nicht mehr in Ordnung zu bringen. Würde ich da gleich hingehen, würde nicht nur meine Stimmung im Keller sein, ich würde wahrscheinlich auch noch andere mit runterziehen. Ihn aber ganz sicher nicht. Er ist halt der coole, der lässt nichts an sich ran. Und er hat ja schließlich seine Freundin. Mehr braucht er ja nicht, erstrecht keine Freunde, erstrecht keine richtigen Freunde, erstrecht nicht mich. Denn ich bin egal.
Am Mittwoch gings mir scheiße, ich bin zur Bücherei, um sein dämliches Geschenk los zu werden (er weiß, dass ich persönliche Geschenke mag, das kann noch so ein Scheiß sein, so lang der andere sich Gedanken gemacht hat, so lang es vom Herzen kommt, aber er hat mir einen verschissenen Gutschein geschenkt), das hat mich aber nur noch mehr frustriert, ich stand in diesem Scheiß Laden, hatte gar keine Lust, mir irgendwas zu kaufen – ich hab doch eh genug Bücher hier rumstehen, für die ich nie Zeit finde – am liebsten hätte ich den scheiß Gutschein einfach weggeworfen. Ich hab mir dann halbherzig ein Buch gekauft und den restlichen Gutschein meiner Mutter gegeben, ich will dieses blöde Geschenk nicht länger mit mir rumtragen. Abends war ich im Kino, dafür hatte er mir ja eigentlich auch einen Gutschein geschenkt. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte ihm auch immer nur verdammte Gutscheine geschenkt, da muss man sich nicht viel überlegen und keinen großen Aufwand machen, stattdessen hab ich mir immer großartig was überlegt, riesige Gedanken gemacht, damit ich ihm was tolles schenken kann. Im Kino hätte ich am Liebsten laut losgeheult. Hätte ich auch machen können, meine Mutter hätte das verstanden. Wollte ich aber nicht. Ich will das einfach nicht, nicht deswegen weinen, nicht großartig drüber nachdenken, die Sache vergessen. Das klappt auch ganz gut. Gestern morgen ging’s mir aber tierisch beschissen, ich bin aufgewacht, hab irgendne Scheiße von ihm geträumt, dass er sich entschuldigt hätte, dass alles wieder gut wäre (und nein, selbst wenn er mit einer Entschuldigung kommen würde, dann wäre trotzdem gar nichts wieder gut) und und und. Deswegen war mein Morgen im Eimer. Ich hab einer meiner besten Freundinnen dann erst mal von der Sache erzählt. Das tat richtig gut, ich konnte mich richtig aufregen und es raus lassen und hab zum Glück mehr Wut als alles andere verspürt. Und sie konnte das alles gar nicht glauben, war auch richtig sauer auf ihn.
Und heute, da ging es, ich war den ganzen Tag nicht am PC, hab kaum drüber nachgedacht (außer diese verdammten Träume mal wieder) und dann seh ich ihn 2 Sekunden lang und ich würd am Liebsten wieder losheulen. Er steht da, raucht wie ein blöder (diese Raucherei wird den sowieso irgendwann in den Ruin treiben), unterhält sich und lacht und ich fahr daran vorbei. Mir kommen dann Gedanken, sein Auto zu suchen, die Reifen aufzuschlitzen oder sonst irgendwie so was zu tun, aber das sollte es mir gar nicht erst wert sein. Und dann, zuhause, ist natürlich alles wieder kaputt. Heute keine Party, wegen ihm, Montag geht auch nicht, wegen ihm. Die letzten Wochen, das ging alles nicht, auch wegen ihm und das wird jetzt so weiter gehen. Ich werd jetzt erst mal Rücksicht nehmen, nicht auf ihn, weil es ihn ja eh nicht juckt, ob ich da bin, aber auf mich selbst, weil mich das halt nicht alles (angeblich) kalt lässt. Ich hoffe, dass es nicht lange dauert, bis es mir egal ist, und ich nicht überlegen muss, ob ich überhaupt auf die Party gehen kann, weil er ja auch da sein könnte. Dass ich ihn dann auch einfach ignorieren kann, so wie er es mit Sicherheit tun würde.