Januar 27, 2008

Irgendwann wird das wirklich alles egal. Ich merk’s ja grad selber. Wozu soll ich weiterhin versuchen, was zu verstecken? Wenn es mir schlecht geht, warum sag ich das denn nicht einfach ganz klar? Neulich habe ich gelesen, dass wir jeden Tag mehrmals lügen, und die häufigste Lüge sei die Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ – „Gut.“. Da hab ich mich selbst drin erkannt. Denn eigentlich immer, wenn ich diese Antwort gebe, stimmt es nicht. Geht es mir wirklich gut, dann zeige ich das auch. Aber wenn nicht, na ja, dann geht es mir halt „gut“. Muss ja niemand wissen. Bewahren wir lieber den Schein, dass alles grandios ist, das es dir natürlich IMMER gut geht. Aber das haben doch mittlerweile alle kapiert, das das nicht so ist. Warum sollte es denn auch? Warum versuchst du denn überhaupt, das zu vertuschen? Wozu denn? Du bist doch schließlich auch nur ein Mensch. Du bist nicht unverwundbar, du bist nicht unkaputtbar! Auch wenn du es gerne wärst. Aber wenn du so weitermachst, dann entfernst du dich immer weiter davon. Wenn du auch nur ein bisschen ehrlicher bist, ehrlicher zu anderen, ehrlicher zu dir selbst, dann kommst du näher dran, nicht andersrum.

Vielleicht habe ich durch Ehrlichkeit meinen besten Freund verloren, meine Ehrlichkeit hat sehr viel dazu beigetragen, noch viel mehr aber einfach seine Charakterschwäche. Trotzdem, gerade dadurch merke ich, wie wichtig Ehrlichkeit ist. Und dass ich noch viel weniger ein Blatt vor den Mund nehmen sollte, nur, um irgendwen nicht zu verletzen. Warum soll ich denn auch rücksichtsvoll sein, wenn andere es genauso wenig können? Ich muss gewisse Leute nicht mehr in Watte packen, das bringt mir nichts, das hab ich ja auch bei ihm gesehen, ich war zwar so ehrlich wie zu niemandem sonst, aber im Nachhinein hab ich ihm viel zu viel durchgehen lassen, mich viel zu oft verarschen lassen.

Ab jetzt wird viel mehr egal. Und ich nehme mich zurück. Ich hab keine Lust mehr, enttäuscht zu werden, egal von wem. Jetzt liegt es endlich mal an dir, nach 10 Jahren Arschaufreißerei meinerseits bist du jetzt dran. Ich denke, das ist nur mehr als fair. Nur leider sehe ich dich jetzt schon versagen. Schade. Aber jetzt liegt es nicht mehr an mir. Ich muss lernen, loszulassen, und das hat direkt zu Beginn des Jahres angefangen. Wahrscheinlich hat mir das, neben unglaublich viel Schmerz, Wut und Enttäuschung, eine Menge positives gebracht. Ich warte nur noch darauf, dass es sich zeigt.

Januar 13, 2008

Ich habe im Moment rein gar nichts zu sagen. Mir schwirrt so unglaublich viel im Kopf herum, aber ich habe das Gefühl, all das kein bisschen zu verstehen.

Aber das, was ich gerade verstehe, ist, dass es schön ist, sich auch über kleine, so schrecklich kleine, Dinge freuen zu können. Dass sich jemand dann doch, wenn die Nacht schon fast vorbei ist und du jegliche Hoffnung aufgegeben hast, zu dir setzt, einfach nur, um zu fragen, wie es dir geht und um sich mit dir zu unterhalten. Auch wenn es gar nichts bedeutet, zumindest bedeutet es, dass dieser jemand dich gern hat und mit dir reden will.

vergessen.

Januar 10, 2008

ich will dich nicht mehr sehen, nicht mehr hören, nicht an dich denken, nicht wissen, was du tust, was du schreibst, nicht wissen, wer mich ersetzt.
ich will dass du verschwindest, nicht nur immer wieder kurz, sondern für immer, dass ich nicht mehr drüber nachdenke, keine blöden träume von dir hab, dass du mich nicht immer wieder, wenn es gerade gehst, runterziehst.
ich will doch einfach ganz normal weitermachen können. endlich mal irgendwie leben.
ich will dich einfach vergessen.
lass mich endlich in ruhe!

Januar 9, 2008

Ich habe eine schreckliche Angewohnheit (ja, mit Sicherheit habe ich bei weitem mehr, als nur eine schreckliche Angewohnheit, aber würde ich jetzt alle in einem Eintrag durchkauen, wäre ich morgen noch nicht fertig): ich sehe jemanden, er gefällt mir. Das heißt nicht, dass ich ihn zum ersten Mal sehe und gleich unsterblich in ihn verliebt bin, an so etwas glaube ich nicht, aber ich sehe diesen jemanden, ich fange an, ihn ein wenig zu beobachten und merke, dass er mir gefällt. Seine Art, sein Aussehen, wie er redet und lacht. All das. Ich lerne ihn ein bisschen kennen, und verdammt, er hat auch noch einen wunderbaren Charakter. Und schon kann man nichts mehr für mich tun. Dann will ich ihn, dann will ich ihn richtig. Ich will ihn richtig kennen lernen, ihn küssen, mit ihm schlafen, mit ihm zusammen sein, das will ich. Das heißt nicht, dass ich gleich verliebt bin, dafür kenn ich diesen jemand ja noch viel zu wenig, aber verknallt, wenn man es so nennen will, verknallt bin ich. Und davon komm ich so schnell auch nicht mehr ab.

Ich weiß auch nicht genau, wo mein Problem liegt, warum ich nicht so richtig weiter komme, aber es ist immer dasselbe. Ich bin eigentlich jemand, der ohne Probleme neue Leute kennen lernt, auf sie zugeht, viel redet, nicht auf den Mund gefallen ist und in Gesprächen eigentlich nie das Gefühl hat, als hätte ich sehr schnell nichts mehr zu sagen (es sei denn, mein Gesprächspartner interessiert mich einfach überhaupt nicht). Aber sobald ich dann „verknallt“ bin, wird die ganze Sache um einiges schwerer. Das mit dem unterhalten, das klappt eigentlich ganz gut, aber bei diesem Typen…ich weiß nicht, wo das Problem ist. Wenn wir miteinander „chatten“, dann unterhalten wir uns wunderbar, aber wenn ich ihn in der Disco treffe, dann ist das irgendwie ganz schwer. Bis jetzt ist das 2 mal passiert. Beim ersten Mal gab es nicht mehr als ein kurzes „hallo“, beim zweiten mal dachte ich auch, dass es dabei bleibt, aber zum Schluss haben wir wenigstens noch ein paar Sätze gewechselt. Eine Freundin von mir sagt, dass er wahrscheinlich selbst nicht weiß, wie er auf mich zugehen soll, weil ich eigentlich nicht daran zweifel, dass er mich auch irgendwie mag. Das kann ja auch gut sein.

Das größte Problem ist einfach nur, dass ich mich schon irgendwie so auf ihn fixiert habe. Er ist toll, ich will ihn einfach haben. Würde ich mir nicht schon Luftschlösser bauen, dann würde es mir wahrscheinlich einfacher fallen, einfach hinzugehen, mich mit ihm zu unterhalten und einfach mal zu fragen, ob er nicht mal Lust hat, sich mit mir zu treffen. Was schlimmeres als ein „nein“ kann nicht kommen. Und wenn man sich alleine trifft, ist es irgendwie auch einfacher, sich zu unterhalten, als in der Disco.

Jedes mal, wenn ich ihn gesehen habe, oder wir miteinander geredet haben, könnte ich mit dem Kopf gegen die Wand laufen, weil ich wieder nichts getan habe. Und erstrecht, weil er mich schon ein mal quasi zu sich eingeladen hatte. Es war eher eine indirekte Einladung, aber hätte ich nicht schon etwas vor gehabt (das ich im Nachhinein tausend mal lieber abgesagt hätte), hätte ich zu ihm kommen können. Und zwei Tage später hat er mich gefragt, ob ich zu einem Konzert gehe, bei dem er auch ist. Ich war nicht da. Warum, das frag ich mich jetzt auch.

Ich fühl mich wie ein kleines Mädchen, das Probleme hat, die eigentlich überhaupt nicht sein müssten. Manchmal mach ich mir alles einfach viel zu schwer.

 Also bitte, lieber toller Typ, melde dich SOFORT bei mir und sag, dass du mich genauso willst wie ich dich, dann gäbs keine Probleme mehr.

Das Beste überhaupt ist es, wenn es Leute gibt, die einem den Tag retten. Es ist ja schon grandios, wenn das einer tut, aber wenn dann gleich 5 Leute deinen Tag vom Übelsten überhaupt zum Besten seit langem machen, ist das doch wunderbar.

Nicht nur, dass ich weiß, dass ich meine Leute hab, mit denen ich Quatsch ohne Ende machen kann und den größten Spaß hab (der mir bei angeblich besten Freundmenschen immer durch irgendwas ganz schnell versaut wurde) und die ausnahmslos einfach da sind, nein, dank einer gerade erhaltenen e-mail habe ich jetzt das größte Grinsen seit Ewigkeiten auf den Lippen. Ich weiß, die haben bestimmt viele Leute bekommen, aber ich finds einfach süß. Ich mag diesen Mann, vor dem ich jetzt schon 5 Mal stand, immer wieder zu seinen Lieder mitgesungen hab, ihn angelächelt habe und dieses Lächeln erwidert wurde. Da ist es einfach schön, wenn man, ohne etwas derartiges zu erwarten, eine mehr oder wenige persönliche e-mail von diesem Typen im Postfach hat, ein Typ, den man zwar im Entferntesten kennt, der einen selbst aber überhaupt gar nicht kennt.

Gespräche mit netten Männern, mit denen man bald doch endlich mal wirklich tanzen sollte, statt zu feige zu sein und nicht mal dann ein vernünftiges Gespräch hinzubekommen, tragen auch ziemlich zu all dem bei.

  Erstmal abtitschen, ich hörte, das sei gut!

Eben hab ich ihn gesehen. Ich bin im Auto an ihm vorbeigefahren. Am liebsten wäre ich ausgestiegen und hätte ihn angebrüllt, ihm irgendwie weh getan. Am Besten so, wie er mir weh getan hat. Aber das geht gar nicht. Heute war ich eigentlich auf ner Party eingeladen. Ich bleib zu Hause. Ich weiß, dass er auch da ist und ich will ihn nicht sehen. Vielleicht will ich ihn schon sehen, vielleicht will ich, dass einfach alles gut ist, aber das geht nicht und es wird nie wieder gut sein. Das ist nicht mehr in Ordnung zu bringen. Würde ich da gleich hingehen, würde nicht nur meine Stimmung im Keller sein, ich würde wahrscheinlich auch noch andere mit runterziehen. Ihn aber ganz sicher nicht. Er ist halt der coole, der lässt nichts an sich ran. Und er hat ja schließlich seine Freundin. Mehr braucht er ja nicht, erstrecht keine Freunde, erstrecht keine richtigen Freunde, erstrecht nicht mich. Denn ich bin egal.

Am Mittwoch gings mir scheiße, ich bin zur Bücherei, um sein dämliches Geschenk los zu werden (er weiß, dass ich persönliche Geschenke mag, das kann noch so ein Scheiß sein, so lang der andere sich Gedanken gemacht hat, so lang es vom Herzen kommt, aber er hat mir einen verschissenen Gutschein geschenkt), das hat mich aber nur noch mehr frustriert, ich stand in diesem Scheiß Laden, hatte gar keine Lust, mir irgendwas zu kaufen – ich hab doch eh genug Bücher hier rumstehen, für die ich nie Zeit finde – am liebsten hätte ich den scheiß Gutschein einfach weggeworfen. Ich hab mir dann halbherzig ein Buch gekauft und den restlichen Gutschein meiner Mutter gegeben, ich will dieses blöde Geschenk nicht länger mit mir rumtragen. Abends war ich im Kino, dafür hatte er mir ja eigentlich auch einen Gutschein geschenkt. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte ihm auch immer nur verdammte Gutscheine geschenkt, da muss man sich nicht viel überlegen und keinen großen Aufwand machen, stattdessen hab ich mir immer großartig was überlegt, riesige Gedanken gemacht, damit ich ihm was tolles schenken kann. Im Kino hätte ich am Liebsten laut losgeheult. Hätte ich auch machen können, meine Mutter hätte das verstanden. Wollte ich aber nicht. Ich will das einfach nicht, nicht deswegen weinen, nicht großartig drüber nachdenken, die Sache vergessen. Das klappt auch ganz gut. Gestern morgen ging’s mir aber tierisch beschissen, ich bin aufgewacht, hab irgendne Scheiße von ihm geträumt, dass er sich entschuldigt hätte, dass alles wieder gut wäre (und nein, selbst wenn er mit einer Entschuldigung kommen würde, dann wäre trotzdem gar nichts wieder gut) und und und. Deswegen war mein Morgen im Eimer. Ich hab einer meiner besten Freundinnen dann erst mal von der Sache erzählt. Das tat richtig gut, ich konnte mich richtig aufregen und es raus lassen und hab zum Glück mehr Wut als alles andere verspürt. Und sie konnte das alles gar nicht glauben, war auch richtig sauer auf ihn.

Und heute, da ging es, ich war den ganzen Tag nicht am PC, hab kaum drüber nachgedacht (außer diese verdammten Träume mal wieder) und dann seh ich ihn 2 Sekunden lang und ich würd am Liebsten wieder losheulen. Er steht da, raucht wie ein blöder (diese Raucherei wird den sowieso irgendwann in den Ruin treiben), unterhält sich und lacht und ich fahr daran vorbei. Mir kommen dann Gedanken, sein Auto zu suchen, die Reifen aufzuschlitzen oder sonst irgendwie so was zu tun, aber das sollte es mir gar nicht erst wert sein. Und dann, zuhause, ist natürlich alles wieder kaputt. Heute keine Party, wegen ihm, Montag geht auch nicht, wegen ihm. Die letzten Wochen, das ging alles nicht, auch wegen ihm und das wird jetzt so weiter gehen. Ich werd jetzt erst mal Rücksicht nehmen, nicht auf ihn, weil es ihn ja eh nicht juckt, ob ich da bin, aber auf mich selbst, weil mich das halt nicht alles (angeblich) kalt lässt. Ich hoffe, dass es nicht lange dauert, bis es mir egal ist, und ich nicht überlegen muss, ob ich überhaupt auf die Party gehen kann, weil er ja auch da sein könnte. Dass ich ihn dann auch einfach ignorieren kann, so wie er es mit Sicherheit tun würde.

ende!

Januar 2, 2008

jetzt ist die ganze sache wirklich vorbei. endgültig. ich lass mich auf gar nix mehr ein.
er hat mich gestern abend angerufen, erstmal hat er mich gefragt, wie es mir geht. warum fragt er mich, wie es mir geht? daraufhin hat er mir gesagt, dass er jetzt sofort die freundschaft beenden will, das ginge so nicht. ich sei ihm egal und ich solle sehen, wie ich damit fertig werde, es sei nicht sein problem.
ich hab viel zu viel wert auf und viel zu viel energie in diese “freundschaft” gesetzt, ich hätte damals, als er an silvester schluss gemacht hat, einfach nach hause fahren sollen, mich ins bett legen sollen und mein handy am besten aus dem fenster geschmissen. dann wäre es wahrscheinlich da schon vorbei gewesen. hab ich aber nicht. und das hab ich jetzt davon. ich idiot war auch noch so blöd und hab noch zwei mal angerufen, in der hoffnung, es sei noch irgendwas zu retten. aber wenn ich so darüber nachdenke; da gibt es doch gar nichts zu retten, da war nie was zu retten, die sache hätte so schnell und so früh wie möglich beendet werden sollen. ich hab mich wegen ihm in den letzten drei jahren so kaputt gemacht, wie es nur geht. ich hab mir den arsch aufgerissen für etwas, das zum scheitern verurteilt war. dieser typ ist gar nicht im stande, freundschaften zu führen und wenn ihm etwas zu anstrengend wird, verpisst er sich lieber ganz schnell.
ich hab mir gestern die augen ausgeheult, aber zum glück konnte ich drüber reden. vor kurzer zeit hätte ich wirklich noch versucht, ganz alleine damit klar zu werden. meine mutter war gestern für mich da. meine schwester war für mich da und hat mich abgelenkt. und jetzt tut es mir leid, dass ich die menschen, die mich wirklich lieben, in dieser ganzen zeit viel zu sehr vernachlässigt habe.
es ist furchtbar grausam und unmenschlich, jemandem, von dem man weiß, dass er einen lieb hat und immer für ihn da ist, einfach so “die freundschaft zu kündigen”, einfach so zu sagen “so, jetzt hab ich keine lust mehr, du wirst mir zu anstrengend, ich kümmer mich jetzt lieber ausschliesslich um meine freundin (die er ja grad mal ne woche hat) und du kannst mir gestohlen bleiben”. wenn er irgendwann ganz allein da steht, wird er sich noch wünschen, das nie getan zu haben. und dann wird er ankommen, weil er weiß, dass ich jemand bin, der verzeiht und mit neuen chancen nur so um sich rumschmeißt. aber das war jetzt endgültig. irgendwann stoß auch ich an meine grenzen. nur schade, dass das jetzt erst passiert und ich mich so lange durch den dreck hab ziehen lassen.
ich sollte schlussstriche ziehen, dass stimmt. hier ist er. das war’s. schönes leben noch.
und ich wünsche dir die übelste pest an den hals.
eigentlich halte ich “hass” für unsinn, aber gerade glaube ich doch, dass ich jetzt weiß, wie sich das anfühlt.

Dezember 31, 2007

verdammt, eben verfluch ich noch die ganze jahresendsgeschichte und veränderungsscheiß und was weiß ich alles und denke, mir würde das völlig am arsch vorbeigehen, und jetzt sitze ich hier, werd melancholisch, fang mal wieder fast an, zu heulen, und weiß irgendwie, dass alles GANZ anders sein wird. und dass ich das eigentlich gut finde.

und trotzdem hab ich angst.

Ich will jetzt schon betrunken sein. Betrunken sein ist absolut scheiße und ich kann das gar nicht leiden, aber jetzt hätte ich das sehr gerne. Und Silvester ist so der einzige Tag im Jahr, an dem ich mit 100%iger Sicherheit behaupten kann, dass ich abends betrunken sein werde.

Ich find das eigentlich ziemlich albern, dass das Ende des Jahres bzw. der Anfang des neuen immer krampfhaft dazu genutzt wird, sich richtig den Kopf zuzukippen, bis man nicht mehr stehen kann. Ich  mein, was ist das denn für ein „Anfang“? Du wachst mit nem ordentlichen Kater auf, womöglich in deiner eigenen Kotze (ist mir noch nie passiert, wird mir auch nie passieren, wage ich jetzt mal zu behaupten, aber ich kenne genug Leute, denen so was immer und immer wieder passiert. Ein Freund von mir ist einmal morgens aufgewacht und hatte die gesamte Wand vollgekotzt, hallelujah!). Ich mach mir jetzt nicht viel aus Jahresanfängen oder –enden, geht ja trotzdem alles irgendwie so weiter und um Punkt 12 Uhr verändert sich ja nicht alles. Aber trotzdem will ich das gerne mitbekommen. Wie gesagt, betrunken sein, gut und gerne, wahrscheinlich halte ich das ganze sonst auch nicht aus, aus sturzbesoffen in der Ecke liegen? Nein danke!

Ich seh das ähnlich wie die Sache mit den Konzerten. Es gibt ne Menge Leute, die gehen auf Konzerte oder Festivals, um sich ordentlich zu besaufen und zuzudröhnen. Ich find das albern. Ich bezahl doch nicht viel Geld, oder auch wenig, ganz egal, um nen Rausch zu haben, und von der eigentlichen Sache gar nicht alles mitzubekommen. Dann doch lieber an Silvester.

Was ich eigentlich damit sagen will, ist: ich werd mich betrinken, ja, und ich werd  mich wahrscheinlich auch noch super asi verhalten und Dinge tun, die ich so wahrscheinlich nicht tun würde…ach nee, das ist ja so, dass man Dinge tut, die man grundsätzlich schon tun würde, man sie aber viel eher im betrunkenen Zustand tut, einfach, weil die Hemmschwelle sinkt. Also, ich werd halt meine Hemmschwelle sinken lassen. Und wenn mir irgendwer blöd kommt, kriegt er aufs Maul. Das ist mein Vorsatz für Silvester, vielleicht auch für’s neue Jahr.

Um mal bei guten Vorsätzen zu bleiben: ich find so was doof. Ich werd  mir jetzt sicherlich nicht vornehmen, ab nächstem Jahr nicht mehr zu rauchen. Erst mal ist das langweilig, das macht doch jeder und schafft es dann nicht. Aber da liegt nicht mein Problem, schaffen würd ich das locker. In der Woche rauche ich so gut wie nie, ab und zu mal auf dem Nachhauseweg, egal von wo, wenn mir danach ist (passiert aber immer seltener, weil ich es mir finanziell nicht oft erlauben kann), ich bin eigentlich ein „Partyraucher“, wenn man das so nennen will. Als ich vor 4 Jahren, oder wann das war, angefangen hab, hat sich die Raucherei wirklich nur auf Parties beschränkt, und dann auch wirklich nur auf die, die in Discos stattfanden, weil meine Freunde damals wohl Angst vor Rauchern hatten oder so (ich glaub, diese Leute haben das auch immer noch). Ich hab mir zu dieser Zeit auch äußerst selten selber Zigaretten gekauft, meistens hat sich doch irgendwer gefunden, der mir die ein oder andere abgegeben hat (solche Leute kann ich heute übrigens nicht leiden, ich armes Kind hab nur noch die paar Zigaretten und irgendsoein Schnorrer, der meistens auch fast doppelt so alt ist, wie ich, lässt mich deswegen den ganzen Abend nicht in Ruhe). Irgendwann hab ich dann mal was „richtiger“ angefangen, hab meine Mutter gesagt, dass ich rauche, und dass sie da auch nix gegen tun kann. Hat sie ja auch nicht. Das hat sich dann alles gesteigert, mittlerweile habe ich die Tabakindustrie sicher ein Stückchen reicher gemacht und wenn ich Lust drauf hab, dann rauche ich einfach. Die Packung Zigaretten in meiner Tasche brauche ich auch einfach. Das gibt mir ein gutes Gefühl, selbst wenn ich sie nur spazieren trage. Na ja, wenigstens kann ich behaupten, absolut nicht abhängig zu sein, ich kann für Tage, oder auch für Wochen einfach mal nicht rauchen und dann stört es mich auch überhaupt nicht, wenn um mich herum geraucht wird. Also warum mir vornehmen, es sein zu lassen? Sollte ich kurz vor dem Ruin stehen und nicht mal mehr zwei Cent in der Tasche haben,  dann kann ich die Sache ja noch mal überdenken.

Andere Vorsätze hab ich auch nicht wirklich, ich nehm mir schon einiges vor, das ist aber immer unabhängig von Uhrzeit oder Datum. In diesem Jahr hab ich z.B. gelernt, dass man die Finger von vergebenen Männern lassen sollte, oder eher von zu viel Alkohol, der ja zu solchen Dingen führt (ach nee, war ja die Hemmschwelle), aber vorgenommen, so was nie wieder zu tun, habe ich mir schon vor nem halben Jahr, und ich denk, dass das auch nicht mehr passiert.

Zumindest, um es noch mal auf den Punkt zu bringen: ich wird mich heute betrinken und Asi sein, und wenn mich jemand um ne Zigarette anschnorrt, wird die ganze Asisache noch übler. Oder so.

In dem Sinne, guten Rutsch!

ende.

Dezember 30, 2007

Morgen ist Silvester, dann ist dieses Jahr endlich zuende. Ob’s wirklich ein Scheißjahr war, kann ich gar nicht genau sagen, weil das letzte nicht besser, wahrscheinlich sogar schlechter war.

Er hat sich gestern noch gemeldet, wollte alles irgendwie wieder gut machen, damit es keinen weiteren Ärger gibt. Er macht das aber auf seine Weise; er ruft nicht an, sagt nicht, dass es ihm leid tut – das sagt er nur, wenn man ihn darum bittet – er schreibt nur zwei, drei Sätze bei ICQ, schreibt, dass er jetzt weg ist, was er tut, wünscht eine gute Nacht und will, dass alles in Ordnung ist. Das scheint alles sehr einfach zu laufen. Für mich ist es das leider nicht. Ich wünschte, ich könnte mich dann damit abfinden, vergessen, alles in Ordnung sein lassen. Geht aber nicht. Ich merk’s mir halt. Mich beschäftigt das weiterhin. Ich werde ihn morgen sehen, auf dieser beschissenen Silvesterparty, mit lauter unwichtigen Leuten, deren einziges Ziel ist, besoffen zu werden, die mich zulabern mit Quatsch, der mich eh nicht interessiert. Da werde ich ihn sehen, und vorher werde ich von ihm auch nichts mehr hören. Vielleicht ein paar Sätze bei ICQ, vielleicht fragt er, wie es mir geht, vielleicht sagt er wieder, dass ich blöd sei, vielleicht aber auch gar nichts.

Ich sollte vielleicht an Silvester einfach zuhause bleiben, dieses Fest ist einfach nicht mein Ding. Vor 3 Jahren hab ich den Abend damit verbracht, auf mein Handy zu starren, auf eine SMS oder einen Anruf zu warten, schließlich war ER ja verliebt in mich, ich war mir nicht sicher, ich wusste nicht, was ich will, aber ER hätte es alles viel einfacher gemacht, hätte er sich an diesem scheiß Abend nur kurz gemeldet. Er ist dann auf einmal für ein paar Tage weg gewesen, ich hab nicht gewusst, wohin, hab gemerkt, dass mich das alles doch nicht kalt lässt. Er war bei seiner Ex-Freundin, ficken, sonst nichts. Mich hat’s verletzt, auch wenn ich ihn irgendwie zurückgestoßen hab, mich hat’s verletzt. Zwei Monate später sind wir zusammengekommen. Vorletztes Jahr an Silvester haben wir uns gestritten. Er hat um kurz nach zwölf mit mir Schluss gemacht, mich stehen gelassen, gesagt, ich solle ihn in Ruhe lassen. Der Abend war zum Kotzen. Hätte mein Vater mich nicht abgeholt, wäre ich nicht nach Hause gekommen. Ich hab die ganze Nacht damit verbracht, mir die Augen auszuheulen und zu versuchen, ihn anzurufen. Ihm tat’s Leid, er hatte zu viel getrunken und er hat auch geheult. Wenn er heult, dann tut’s ihm Leid, dann meint er’s ernst, dann glaub ich ihm. Er heult nicht oft.

Letztes Jahr an Silvester waren wir schon nicht mehr zusammen. Im Oktober haben wir die Sache beendet, wir haben uns nur noch gestritten und es hätte uns beiden nichts mehr gebracht. Wir haben Silvester trotzdem zusammen verbracht, waren auf dem Ärzte Konzert, und das war gut. Das erste richtig gute Silvester in meinem Leben.

Morgen dann wieder Party. Ich hab da keine Lust drauf, besonders, wenn sie dabei ist, er hat’s mir nur beiläufig erzählt. Ich hätte so ja nichts dagegen. Aber es ist Silvester, und da ist so viel Scheiße passiert. Wir werden uns eh wieder streiten. Und er wird mich heulend irgendwo sitzen lassen.

Ich bin nicht mehr verliebt in ihn. Kann sein, dass ich dafür meine Zeit gebraucht habe, bis das alles vorbei war, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich das nicht mehr bin.

Er ist mir nur wichtig, sehr wichtig, als Freund, und manchmal frag ich mich, warum er das überhaupt noch ist.

Ich hab ihn am Mittwoch gefragt, ob er verliebt ist. Natürlich hat er ja gesagt. Ich hab gefragt, ob es besser sei, als mit mir. Er hat gesagt, dass er das nicht weiß, dass er das noch rausfinden muss, vielleicht sei es ja so. Es war blöd, so was zu fragen, das ist albern, besonders, weil ich so eine Antwort gar nicht hören wollte und jede andere Antwort wäre auch nicht besser gewesen. Vielleicht wird es besser, vielleicht halten die beiden es länger als ein Jahr und acht Monate miteinander aus, es würde mich ja auch freuen. Ich würde ja auch lieber jemanden finden, mit dem es besser wird. Jemand, mit dem es nicht erst so gut ist, dass man es kaum glaubt, und nach einiger Zeit herrscht dann nur noch Krieg.

Bei uns herrscht immer noch Krieg. Wir haben das irgendwie nie geschafft, so ganz zu beenden. Manchmal, da läuft es super, und ein anderes mal schlagen wir uns dann wieder die Köpfe ein.

Morgen ist Silvester, und das wird gut. Meinetwegen, das ist wahrscheinlich nicht mal mehr optimistisch, das ist wahrscheinlich eher unrealistisch, aber was soll’s. Das wird gut. Ich sollte endlich aufhören, den Tag zu verfluchen, und einfach versuchen, mit nem guten Gefühl daran zu gehen. Sollen die blöden Besoffskis mich doch zulabern und nerven, das kann ich auch. Ich werde belangloses Zeug reden, trinken, Spaß haben, nach Hause kommen, schlafen, ein neues Jahr beginnen. Besser als dieses, besser als letztes und noch viel besser als das davor.